Bauzinsen – wohin geht der Weg?

Eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit Baufinanzierungen spielen die Bauzinsen, denn diese beziffern letztlich die Kosten, die für die Baufinanzierung in Rechnung gestellt werden. Das bedeutet, im Grunde genommen sind die Bauzinsen die Gegenleistung dafür, dass ein Finanzierungsnehmer Kapital für das Bauvorhaben zur Verfügung stellt. Dabei werden im Rahmen eines Finanzierungsangebotes meist zwei Zinssätze dargestellt, nämlich der Nominalzins und der Effektivzins.

Der Nominalzins beziffert den Zinssatz, den der Finanzierungsgeber dafür berechnet, dass er die Darlehenssumme zur Verfügung stellt, der Effektivzins fasst die tatsächlichen Gesamtkosten der Baufinanzierung inklusive Nominalzins und Nebenkosten wie Bearbeitungsgebühren, Disagio oder Tilgungsverrechnung zusammen. Die Zinslast ergibt sich aus mehreren Faktoren wie beispielsweise Höhe der Darlehenssumme, Laufzeit der Baufinanzierung, Konditionen des Anbieters und Ausgangssituation des Finanzierungsnehmers.

Grundsätzlich sind im Hinblick auf die Bauzinsen deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern möglich, wobei Direktanbieter, die eine Baufinanzierung online anbieten, häufig mit etwas günstigeren Konditionen arbeiten. Allerdings können sich auch schon geringe Unterschiede zwischen den Bauzinsen insbesondere bei langen Laufzeiten deutlich bemerkbar machen.

In diesem Zusammenhang bieten sich Finanzierungsrechner an, die aufzeigen, wie sich die Bauzinsen auf die gesamte Finanzierung auswirken. Prinzipiell gilt für Bauzinsen, dass deren Entwicklung nur schwer vorhersehbar ist, da sie ständigen Schwankungen unterliegen. Diese Schwankungen wiederum gehen auf die internationalen Rentenmärkte zurück und im Grunde bestimmt das Zinsniveau der langfristig festverzinslichen Rentenpapiere, die sich ihrerseits am Leitzins der Notenbanken orientieren, den Weg der Bauzinsen.

Die Notenbanken bestimmen den Leitzins in Abhängigkeit zur Entwicklung der Inflation, wobei die Inflationsrate mit der Konjunktur steigt. Das bedeutet also, dass der Leitzins und damit auch die Bauzinsen immer dann sinken, wenn die Konjunktur schwach ist, und mit besserer Konjunkturlage wieder steigen. Im Hinblick auf die Baufinanzierung sind allerdings nicht nur die aktuellen Bauzinsen (man kann auch mit einen Kredit für Immobilien sich ein Haus bauen) von Bedeutung, sondern auch der Zeitraum, für den dieser Zinssatz festgeschrieben wird.

Liegen die Bauzinsen zum Zeitpunkt des Finanzierungsbedarf niedrig, ist es natürlich sinnvoll, eine möglichst lange Zinsfestschreibung zu wählen, um sich diese günstigen Zinsen langfristig zu sichern. Durch einen Baufinanzierungsrechner können die Zinssätze und deren Auswirkungen auf die Finanzierung berechnet werden, allerdings gilt dabei zu beachten, dass viele Baufinanzierungsrechner beispielsweise Sondertilgungen nur bedingt berücksichtigen können. Zudem kann es, je nach Bauvorhaben, möglich sein, Förderprogramme zu nutzen. Diese zeichnen sich meist durch sehr günstige Konditionen aus, was sich wiederum positiv auf die Bauzinsen auswirkt.